Aktuelles 2012

Aktualisiert: 20.01.2012 
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Sehr informativer Zeitungsartikel aus der Tageszeitung DIE RHEINPFALZ

In ihrer Ausgabe vom 3. Januar 2012 fand sich in der Tageszeitung DIE RHEINPFALZ ein ausgesprochen informativer, die Verhältnisse in Indien sehr gut wiedergebender Leitartikel, verfasst von Gabriele Venzky. Vieles in diesem Artikel deckt sich mit den durch uns gemachten Erfahrungen. Mit freundlicher Genehmigung durch DIE RHEINPFALZ und die Autorin haben wir diesen Artikel hier abgedruckt.

Indien rechnet sich reich (von Gabriele Venzky)

Wer die Berichte über Indien verfolgt, könnte glauben: Endlich schafft es auch dieses Land. Da wird ein Wirtschaftswachstum vermeldet, von dem Deutschland nur träumen kann, da ist von Aufbruchsstimmung und rasantem Wandel die Rede. da wird Indien schon fast in einem Atemzug mit China genannt, und die Inder selbst feiern sich als kommende Supermacht, die das Zeug hat, China bald zu überholen.
Dass das neue Selbstbewusstsein offenbar den Blick auf die Wirklichkeit verstellt, demonstriert ausgerechnet die Behörde, deren Aufgabe es eigentlich ist, die Wirklichkeit in Indien zu verbessern. Die indische Planungskommission ist auf die Idee gekommen, die grenzenlose Armut im Lande einfach per Erlass abzuschaffen. Schließlich passt es zum Image einer kommenden Supermacht schlecht, dass zwischen 37 Prozent (bisherige Zahl der Planungskommission) und 77 Prozent der Bevölkerung (Zahl der Nationalen Kommission für den nicht organisierten Sektor) unterhalb der international festgesetzten Armutsgrenze von 1,25 Dollar (knapp ein Euro) am Tag leben. Also legte die Planungskommission eine neue Grenze fest: 32 Rupien (0,47 Euro) für Städter und 26 Rupien (0,38 Euro) für die 80 Prozent der Inder, die auf dem Land leben.
Mit einem Federstrich könnte man so die skandalöse Tatsache aus der Welt schaffen, dass Indien es in sechs Jahrzehnten Unabhängigkeit nicht geschafft hat, der Mehrheit der Bevölkerung ein menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen, wo jeder genügend zu essen hat, alle Kinder in die Schule gehen können und die Leute, wenn sie krank sind, medizinisch versorgt werden. Wie soll ein Mensch von 32 oder 26 Rupien leben, wenn ein Teller Reis mit etwas Sauce und zwei dünnen Fladen Brot schon 30 Rupien kostet?
Die Verelendung noch größerer Bevölkerungsschichten ist abzusehen.
Dabei ist schon die jetzige Bilanz verheerend: 70 Prozent legen sich abends hungrig schlafen. 1,8 Millionen Kinder sterben pro Jahr an den Folgen der Unterernährung. Die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren ist untergewichtig. Mehr als die Hälfte aller Frauen sind anämisch und bekommen wieder anämische Kinder, ein Teufelskreis. Kinder, die in den ersten hundert Tagen ihres Lebens nicht ausreichend ernährt werden, bleiben in der Entwicklung zurück, körperlich wie geistig. Was das für die indische Volkswirtschaft in einigen Jahren bedeutet, macht sich in Delhi anscheinend kaum jemand klar.
In den Sozialstatistiken der Vereinten Nationen belegt Indien auf fast allen Gebieten einen der untersten Plätze, noch hinter Schwarzafrika. Nicht einmal die Hälfte der Fünftklässler kann lesen oder rechnen, so schlecht ist die Qualität der staatlichen Schulen. Kein Wunder, dass das Heer der Arbeitslosen und Tagelöhner wächst.
Der Versuch der Planungskommission die Armut in Indien per Dekret abzuschaffen, ist ein Offenbarungseid. Indiens Fortschritt ist ein Fortschritt für Wenige, vielleicht sogar nur eine Illusion. Fortschritt in Indien kann es nur dann geben, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind: "good governance", wie die seit einiger Zeit geläufige Formel heißt, also eine verantwortliche Regierung, die für alle da ist, und Gerechtigkeit. Mit beidem hapert es gewaltig. In diesem Jahr finden die wichtigsten Landtagswahlen vor den allgemeinen Wahlen im Jahr 2013 statt. Das ist die Zeit, in der Politiker besonders viel versprechen. Doch in Wahrheit ist nicht einmal im Ansatz zu entdecken, dass jemand ernstlich mit Armut und Benachteiligung Schluss machen will..

 
 

Container mit OP-Material eingetroffen

Dank der Unterstützung und Intervention des deutschen Generalkonsulats in Kalkutta, gelang es doch noch den schon Anfang Dezember in Kalkutta per Schiff angelangten Container mit den für die Operationen erforderlichen Materialien durch den Zoll und nach Asha Vihar zu bekommen. Das Material traf am 18. Januar im Johar-Hospital ein. Die irgendwo auf dem Weg nach Kalkutta verschwundenen Frachtpapiere, auch die per Fax und Email geschickten Unterlagen kamem angeblich nie an, machten dem Team beinahe einen Strich durch die Rechnung und jedermann war schon darauf eingestellt, die allernotwendigsten Hilfsmittel in seinem persönlichen Gepäck mitzunehmen.

Folgende Bilder vom Eintreffen der wertvollen Fracht in Asha Vihar erreichten uns heute:

Beginn des Abladens der Materialen für das OP-Camp. Deepak (links) und seine Frau Anju beim Abladen. Dirk, Leiter der Physiotherapie, schleppt auch eifrig mit.

 
 

15. orthopädisches OP-Camp 2012

Am 21. Januar startet das 12-köpfige Ärzte- und Helferteam unter der Leitung von Dr. H.-G. Zechel, Chefarzt der Fachklinik Stenum und seiner Ehefrau Claudia Zechel zu seinem Einsatz während des 15. orthopädischen OP-Camps in Asha Vihar. Geplant sind Operationen an insgesamt 32 Kindern (auch mehrfach), wobei erfahrungsgemäß mit der einen oder anderen kurzfristigen Nachmeldung gerechnet werden muß.

Erneut erfolgt der Einsatz aller Teilnehmer ehrenamtlich und unentgeltlich unter Bereitstellung eines Teils ihres Urlaubs. Die Ärzte tragen darüber hinaus wie bisher jedes Mal ihre Flugkosten selbst. Die Kosten für die Flüge des med. Fachpersonals werden dankenswerter Weise von Sponsoren übernommen.

 
 

Jahresbericht 2011

Auf der Seite berichte finden Sie unseren Jahresbericht für das Jahr 2011. Unterstützer und Spender erhalten ihn wie immer per Post zugesandt.

Wie schon mehrfach in den Vorjahren, wo die Resonanz leider sehr gering war, bitten wir Sie aus Umwelt- und Kostengründen zu überprüfen, ob Sie den gedruckten Jahresbericht noch wollen, oder ob Ihnen nicht die elektronische Version genügt. Wenn Ihnen die Internetversion genügt, so teilen Sie uns das doch bitte einfach per Email unter Angabe Ihres Namens und Ihrer Addresse mit. Wir werden dies dann in unserer Adressdatenbank vermerken.

 
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